Ich verstehe es ja. Wir alle lieben eine gute übertriebene Aussage von Stephen A. Smith. Der Mann verdient damit seinen Lebensunterhalt. Aber seine jüngste Erklärung, dass Victor Wembanyama in seiner *Rookie-Saison* die San Antonio Spurs zu einer NBA-Meisterschaft führen kann? Das ist nicht nur eine gewagte Aussage; das grenzt an Wahnvorstellungen. Die Spurs stehen am 14. Februar bei 10-44. Sie haben sieben Spiele in Folge verloren. Sie sind Letzter in der Western Conference. Lasst uns mal die Bremse ziehen, was die Paradeplanung angeht.
Wemby ist eine Offenbarung, keine Frage. Der Junge ist ein Cheat-Code in menschlicher Form. Wir sahen ihn am 12. Februar gegen die Raptors 27 Punkte, 10 Rebounds, 8 Assists, 5 Blocks und 2 Steals erzielen – eine Statistik, die wie aus einem Videospiel aussieht. Er erzielt durchschnittlich 20,5 Punkte, 10,0 Rebounds, 3,2 Assists, 3,2 Blocks und 1,2 Steals pro Spiel, Zahlen, die ihn in eine wirklich elitäre Gesellschaft bringen, besonders für einen 20-Jährigen. Er hat bereits mehrere Triple-Doubles erzielt, darunter eine 10-Block-Leistung gegen die Pistons im Januar. Und sein Vier-Punkte-Spiel in der Schlussphase gegen die Suns am 31. Oktober, das einen Comeback-Sieg besiegelte, war pure Magie. Die individuelle Brillanz ist absolut vorhanden.
Hier ist die Sache: Individuelle Brillanz gewinnt in der NBA keine Meisterschaften, besonders nicht in einer so starken Liga. Als LeBron James 2012 seinen ersten Titel in Miami gewann, hatte er Dwyane Wade und Chris Bosh. Als Tim Duncan 1999 seinen ersten für die Spurs gewann, hatte er David Robinson. Wemby, gesegnet mit seinen außerirdischen Fähigkeiten, spielt mit einem Kader, der sich noch sehr in der Entwicklung befindet. Keldon Johnson ist ein solider Scorer, aber er ist kein All-Star. Devin Vassell zeigt Ansätze, aber die Konstanz ist noch nicht da. Jeremy Sochan, mit dem Gregg Popovich als Point Guard experimentierte, findet noch seinen Weg. Dies ist kein Team, das für den Titelkampf gebaut ist. Dies ist ein Team, das lernen und um sein Generationstalent herum wachsen soll.
**Der lange Weg vor San Antonio**
San Antonios Netto-Rating beträgt -9,7, das zweitschlechteste in der Liga, nur besser als das der Pistons. Sie kassieren 120,3 Punkte pro Spiel und liegen defensiv auf Platz 26. Und während Wembanyamas Präsenz am Korb sicherlich hilft, kann er nicht fünf Spieler gleichzeitig verteidigen. Ihr Offensiv-Rating von 110,6 ist das 27. in der NBA. Dies ist kein Team, das ein Rookie einfach in den Titelkampf heben kann, selbst ein so begabter Rookie wie Wembanyama. Die Spurs spielen wieder um eine Lotterieposition, nicht um eine Playoff-Platzierung. Sie finden immer noch heraus, wer neben ihrem Franchise-Eckpfeiler passt. Das braucht Zeit. Es braucht mehr Draft-Picks. Es braucht mehr Free-Agency-Moves.
Popovich, eine Trainerlegende, weiß das besser als jeder andere. Er war geduldig, ließ Wemby Fehler machen, ließ das Team reifen. Er übt keinen unnötigen Druck auf den Jungen aus, die gesamte Last jetzt zu tragen. Er versteht den Prozess. Stephen A. hingegen jagt Klicks. Er sieht die Highlights, er sieht das Potenzial und er spult drei Jahre in die Zukunft vor. Aber die Realität ist viel bodenständiger.
Wemby *wird* Meisterschaften gewinnen. Plural. Er ist so gut. Aber nicht dieses Jahr. Nicht einmal annähernd. Der Abstand zwischen den Spurs und Teams wie den Celtics, Nuggets und Thunder ist Grand Canyon-ähnlich. Etwas anderes zu behaupten, ist eine Missachtung der Wettbewerbsnatur der NBA und der tatsächlichen Arbeit, die zum Aufbau eines Anwärters erforderlich ist.
Kühne Vorhersage: Die Spurs werden sich nächste Saison verbessern und einen legitimen Vorstoß für einen Play-in-Platz machen, aber ein Titelgewinn ist selbst mit Wembanyamas anhaltendem kometenhaften Aufstieg noch mindestens drei Saisons entfernt.